2011 ist sein Jahr: Mit dem Album “XOXO” chartete er auf Platz 1, “So perfekt” wird nach Heimtoren im Stadion von Arminia Bielefeld gespielt und seine Konzerte sind restlos ausverkauft. Casper ist derzeit zweifelsohne der erfolgreichste Künstler aus Ostwestfalen.
2006 hatte das beerijuana.de Team anläßlich der Veröffentlichung seines ersten Mixtapes die Gelegenheit zu einem Interview. Da dieses seit unserem Relaunch nicht mehr aufrufbar war, wir es aber doch für erwähnenswert halten, hier nun der damalige Artikel in der Originalfassung.
Infos – Casper & “Die Welt hört mich”
Casper geht mit seiner neuen Street LP “Die Welt Hört Mich” an den Start. Das Ding enthält 16 Tracks und wird am 27.03.2006 erscheinen. Featuregäste sind Kollegah (Selfmade Rec.), Pimpulsiv (667) und seine Hansecity Jungs.
Seine ersten lyrischen Gehversuche tat der junge Casper in Augusta im Staate Georgia, USA wo er die ersten Jahre seines Lebens verbrachte. Wenn man ihn heute danach fragt, betrachtet er es als natürlichen Schritt, als logische Konsequenz, da der Einfluss dieses Landes und seines Vaters ihn zum Stift und Beat brachten. Logisch und natürlich auch, weil Casper Musik liebt. Als seine Mutter sich dann entschließt nach Deutschland zu gehen, switcht der immer noch junge Casper auf die Landessprache und gerät auf einer Party zum ersten mal in den Genuss einer Freestylecypher und sieht Köpfe zu seinen Lines nicken. Angefixt und angespornt geht Casper den üblichen Weg und trifft wieder Jahre später auf Abroo und Separate. Zusammen gründen sie die Crew „Kinder des Zorns” und verbuchen beachtliche Untergrunderfolge, die in dem 2004 veröffentlichten Album „Rap Art War” gipfelten. Man trennte sich aber auf Grund von Differenzen kurz danach und nach einer längeren Pause soll die Welt nun wieder Casper lauschen. 2006 soll sein Jahr werden und so veröffentlicht der bekennende Dipset-Fan diesen Monat seine StreetLP „Die Welt hört mich”. Tschieay!
Interview – Casper im Interview
beerijuana.de hatte die Gelegenheit Casper einige Fragen stellen zu dürfen.
Hier seht ihr nun das Interview vom 21.03.2006:
beerijuana.de | Hallo Casper, man hat ja lange nichts von dir gehört. Warum hattest du zunächst mit dem Rappen aufgehört und dich mehr und mehr deiner Karriere als Metalcore-Sänger gewidmet?
Casper | Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass mich Rap mit all seinen Seiten nur noch angeödet hat. Jeder denkt das gleiche, jeder redet das gleiche, jeder sieht gleich aus. Hinzu kam, dass es mir auch psychisch einfach nicht gut ging, was zur Folge hatte, dass ich das Mic an den Nagel gehängt habe. Es war ja ursprünglich nicht als Pause gedacht, eigentlich wollte ich ja wirklich komplett aufhören……. Aber ich habe dann diese ganzen Deutschrapper gehört und hatte das Gefühl, was die können, kann ich schon lange. Ich möchte was neues schaffen, nicht einer von vielen sein, der sich über Langeweile beschwert aber nichts dagegen unternimmt.
Anderes Thema. Du veröffentlichst am 31.März dein erstes offizielles Mixtape auf Albumlänge. Wie auf einigen einschlägigen Seiten zu lesen ist, herrscht auch relativ hohes Interesse an deinem Release. Aufgeregt? Bzw. stehst du schon ein wenig unter Erfolgsdruck?
Natürlich stehe ich unter Erfolgsdruck. Immensem sogar. Erste Hürden sind überwunden, “Kippenpause” (kostenloser Download-Track, Anm. d. Red.) als auch das Snippet haben die Vorfreude angeheizt und sind grösstenteils bejubelt worden… . Aber was ist mit der ganzen Platte??? Wird es eine Enttäuschung oder setzt es dem Hype noch einen drauf?? Egal wie es kommt, ich bin zufrieden mit dem Schritt, es durchgezogen zu haben. Die Angst zu überwinden und einfach zu machen, das ist unheimlich………. Vor allem, wenn man wie ich höllische Angst vorm Mittelmass hat. Mir ist es lieber, dass die Platte von 50 geliebt und von Millionen gehasst wird, als dass sie Millionen “okay” finden. Hoffen wir einfach das Beste… . Ändern kann ich jetzt eh nichts mehr.
Was können deine Fans noch alles in Zukunft Rap-technisch von dir erwarten?
Auf “Die Welt hört mich” kann man schon eine Weiterentwicklung innerhalb der Platte hören. Sie fängt sehr battlelastig an, wird aber immer persönlicher und reifer. Deshalb denke ich, dass die Platte releativ langlebig ist und wird. Ich arbeite jetzt schon an dem Nachfolger “Tägliche Routine”, die wahrscheinlich noch wütender und emotionaler wird als “Die Welt hört mich”… . Ich möchte kein abgehobener Blitzlichtrapper sein, ich möchte immer derjenige bleiben, der selber seine Mails beantwortet und keinen grossen Managerwall vor sich braucht.
Und noch eine Frage zu deiner Verbundenheit zu Lemgo/Extertal: Wird man abgesehen von der Release-Party in Barntrup noch mehr von dir hier in der Region zu hören kriegen und was möchtest du deinen Fans in Lippe sagen?
Solange man mich in der Region sehen will, trete ich da gerne auch auf… . Ich fühle mich dem Extertal wirklich verbunden und auch den Jugendlichen die dort wohnen. Ich kann einfach vieles verstehen, was deren Eltern wohl nicht nachvollziehen können. Extertal ist ein Scheisskaff, in dem sich die Erwachsenen einen Dreck darum scheren, was ihre Kinder den ganzen Tag machen. Ich würde gerne so etwas wie einen Präzedenzfall schaffen, den Kids Mut machen etwas auf die Beine zu stellen. Solange Extertal meinen Rücken hat, hab ich seinen auch.
Danke, dass du dir kurz für dieses Interview Zeit genommen hast. Wir sehen uns in Barntrup!
Ich bedanke mich und hoffe, dass wir uns dort sehen!!!
xoxo casper
Follow!
Casper | Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass mich Rap mit all seinen Seiten nur noch angeödet hat. Jeder denkt das gleiche, jeder redet das gleiche, jeder sieht gleich aus. Hinzu kam, dass es mir auch psychisch einfach nicht gut ging, was zur Folge hatte, dass ich das Mic an den Nagel gehängt habe. Es war ja ursprünglich nicht als Pause gedacht, eigentlich wollte ich ja wirklich komplett aufhören……. Aber ich habe dann diese ganzen Deutschrapper gehört und hatte das Gefühl, was die können, kann ich schon lange. Ich möchte was neues schaffen, nicht einer von vielen sein, der sich über Langeweile beschwert aber nichts dagegen unternimmt.
Solange man mich in der Region sehen will, trete ich da gerne auch auf… . Ich fühle mich dem Extertal wirklich verbunden und auch den Jugendlichen die dort wohnen. Ich kann einfach vieles verstehen, was deren Eltern wohl nicht nachvollziehen können. Extertal ist ein Scheisskaff, in dem sich die Erwachsenen einen Dreck darum scheren, was ihre Kinder den ganzen Tag machen. Ich würde gerne so etwas wie einen Präzedenzfall schaffen, den Kids Mut machen etwas auf die Beine zu stellen. Solange Extertal meinen Rücken hat, hab ich seinen auch.
WOW, das habe ich mir sofort gebookmarkt
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